= Detmolder Erklärung der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL gegen Fracking 1.5.2014 =

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Bezirkskonferenz Naturschutz OWL Detmold, 1.5.2014
Detmolder Erklärung gegen Fracking
Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL lehnt Fracking zur Förderung von
Kohlenwasser-
stoffen grundsätzlich ab, selbst dann, wenn es ohne den Einsatz
umwelttoxischer
Chemikalien durchgeführt werden könnte. Sie wendet sich an die
Bezirksregierung Detmold
und die Kreise, Städte und Gemeinden in der Region Ostwestfalen-Lippe,
deren Gebiet sich
in einem der Aufsuchungsfelder befindet, für das die
Aufsuchungserlaubnis 2014 oder 2015
ausläuft.
Es geht dabei um die Aufsuchungsfelder HERFORD, NORDRHEIN WESTFALEN
NORD, ADLER,
FALKE und MINDEN.
Für das Feld HERFORD hat die Bergbehörde in Arnsberg zunächst eine
Verlängerung bis zum
29.7.14 ausgesprochen.
Für das Feld NORDRHEIN WESTFALEN NORD, das mit 6.616 Quadratkilometern
beinahe 20 %
der Landesfläche NRW umfasst, ist die Konzession bis zum 13.9.2014 für
zunächst um 6
Monate verlängert worden. Allen betroffenen Kreisen, Städten und
Gemeinden hat die
Behörde die Möglichkeit gegeben, bis zum 15.6.2014 Stellung zu nehmen,
bevor eine
weitere Verlängerung um dann 2,5 Jahre ausgesprochen wird. Rechtsinhaber
ist auch hier
u. a. ExxonMobil.
Für die südlich davon gelegenen Felder FALKE und ADLER läuft die
Konzession am 25.11.
bzw. 3.12.2014 aus. Für sie ist noch keine Verlängerung ausgesprochen
worden.
Rechtsinhaber war zunächst der kanadische Konzern BNK, aktuell ist es
Falke bzw. Adler
Hydrocarbons GmbH.
Für das Feld MINDEN läuft die Aufsuchungsberechtigung erst im nächsten
Jahr am 8.5.2015
ab. Rechtsinhaber ist hier wieder u. a. ExxonMobil.
Wir fordern alle betroffenen Kreise, Städte und Gemeinden sowie alle
Träger öffentlicher
Belange in Ostwestfalen auf, sich gegen eine Verlängerung, Übertragung
oder Neuvergabe
der Aufsuchungserlaubnisse zur Förderung von Erdgas aus
unkonventionellen Lagerstätten
zu wenden und dies gegenüber der Bergbehörde in Arnsberg in einer
förmlichen
Stellungnahme rechtskräftig zu begründen.
Unsere Gesundheits- und Touristikregion Ostwestfalen mit
 * weit verbreiteten Siedlungsflächen,
 * hochwertigen Wasserressourcen im Grundwasser von bester
Trinkwasserqualität,
 * Seen, Stauseen oder Fließgewässern, die zur Trinkwassernutzung
genutzt werden,
 * vielen hochwertigen Mineral-, Heilwasser- und Thermalquellen,
 * einem besonders schützenswerten Naturraum, z. T. als FFH- und
Vogelschutzgebiet
 * unter europäischem Naturschutzrecht,
 * einer großen Zahl von Natur- und Landschaftsschutzgebieten
 * wertvollen Waldbeständen im Flachland wie im Mittelgebirge,
 * Naturparks mit einmaligen Naturdenkmälern,
 * Flüssen und Seen von besonderer Eigenart und Schutzbedürftigkeit wie
 * beispielsweise die Karstgewässer im Paderborner Land,
 * wertvollen Ackerflächen,
 * einer Vielzahl von Kulturdenkmälern
ist für Fracking nicht geeignet.
Es Ist nicht hinnehmbar, dass unsere Region gefährdet und geschädigt
wird durch
 * die ungehinderte Nutzung unserer Infrastruktur,
 * den Verbrauch von vielen Millionen Liter Wasser aus dem
Grundwasserspeicher,
 * die Nutzung unserer Straßen und Brücken durch Schwerlastverkehr rund
um die Uhr,
 * das Abfackeln von Gasen mit einer Gesundheitsgefährdung der Menschen,
 * Austritt von Methan in die Atmosphäre durch Leckage,
 * ggf. zu erwartende Erdbeben und Bodensenkungen,
 * ungelöste Entsorgungsprobleme für das flowback mit
Lagerstättenwasser.
Durch Fracking gewonnenes Erdgas ist in ein Klimakiller, in seiner
gesamten Klimabilanz ist
es schädlicher als moderne Braunkohlenkraftwerke. Es kann kein
Brückenbrennstoff in
Zeiten der Krimkrise sein. Es bremst nur die Energiewende aus.
Wir dürfen den Einsatz einer Hochrisikotechnik nicht dulden, die nicht
nur unser Wasser und
unsere Böden gefährdet, sondern auch den Lebensraum von über 2 Millionen
Menschen.
Eine ober- und unterirdische Industrialisierung unserer Region mit nicht
absehbaren
Folgen für Mensch und Umwelt ist nicht zu verantworten, zumal Förder-
und Ertragsraten
relativ gering sind. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung für
Umweltfragen (SRU)
kommt in seinem Gutachten vom Mai 2013 zu dem Ergebnis: „Fracking ist
energiepolitisch
nicht notwendig und kann keinen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende
leisten.“ Über
22.000 Bürgerinnen und Bürger in OWL haben sich bereits mit ihrer
Unterschrift gegen
Fracking in der Region ausgesprochen (www.stop-fracking-owl.de).
Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL
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