+ Bürgerinitiative Energiewende AG Verkehrswende, Gütersloh, Alte Weberei 19:30 Uhr +

+ TTIP, CETA und gesundheitliche Risiken der Gentechnik, Bielefeld, Universität, H 12, 18:30 +

Mittwoch, 15.Juli, 18:30 Uhr, Hörsaal 12, Uni-Hauptgebäude

Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen der Gentechnikregulierung in den USA und Kanada auf der einen Seite und der EU auf der anderen Seite. Beispielsweise durchlaufen in den USA, anders als in der EU, längst nicht alle gentechnisch veränderten Pflanzen eine Risikoprüfung, bevor sie auf den Markt kommen. Das Vorsorgeprinzip, Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft, die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln spielen in den USA keine Rolle, sind aber in der EU zentrale Elemente der Gentechnikgesetzgebung. Bisher gilt: Auch wenn die Risiken im Detail noch nicht bekannt sind, können in der EU vorsorglich Maßnahmen ergriffen werden, um Mensch und Umwelt zu schützen. Auch eine Kennzeichnung kann unabhängig von bereits nachgewiesenen Risiken vorgeschrieben werden, um VerbraucherInnen ausreichende Wahlfreiheit zu ermöglichen. Das Vorsorgeprinzip, umfassende Kennzeichnung, Einschränkungen bei den Zulassungen und beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird man unter den Rahmenbedingungen der geplanten Freihandelsabkommen aber kaum verteidigen können. Gleichzeitig kommen aber immer neue, risikobehaftete Produkte auf den Markt: Beispielsweise Pflanzen mit neuen Gen-Kombinationen, die gleichzeitig ein halbes Dutzend Insektengifte produzieren und gegen mehrere Herbizide resistent gemacht wurden. Oder Insekten, die mit synthetischer DNA ausgestattet wurden. Angesichts neuer Risikopotentiale müsste unter anderem das Vorsorgeprinzip deutlich ausgebaut werden - mit CETA und TTIP scheint das aber unmöglich.

Dr. Christoph Then ist Geschäftsführer von Testbiotech e.V. (www.testbiotech.org). Er ist zudem ein Koordinator des internationalen Bündnisses "Keine Patente auf Saatgut" (www.no-patents-on-seeds.org). Christoph Then beschäftigt sich seit etwa 20 Jahren mit aktuellen Fragen der Gen-und Biotechnologie. Er ist Mitbegründer der Initiative "Kein Patent auf Leben!" und war bis Ende 2007 Leiter des Bereiches Gentechnik und Landwirtschaft bei Greenpeace Deutschland. Testbiotech befasst sich mit der Folgenabschätzung im Bereich der Biotechnologie, fordert & fördert unabhängige Forschung, untersucht ethische, wirtschaftliche Folgen und prüft Risiken für Mensch und Umwelt.

FEE-OWL/2015-07-15 (last edited 2015-07-15 19:18:00 by KurtGramlich)

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