Sehr geehrte Frau Strathoff,

vielen Dank für Ihre Anregungen vom 21. April 2022.

Wir haben großes Verständnis für Sie als Anwohnerin der Verler Straße.

Wir setzen uns schon immer dafür ein, dass der Verkehr insgesamt drastisch reduziert wird. Die schädlichen Emissionen aus diesem Sektor haben seit 1990 nicht abgenommen. Deshalb braucht es eine konsequente Verkehrswende. Die Belästigungen durch Lärm und Abgase halten wir schon immer für nicht zumutbar und unverantwortlich.

Seit 2015 haben wir alle Verkehrsunfälle im Kreis Gütersloh und besonders in der Stadt Gütersloh analysiert und mehrfach Änderungen in der Verkehrsplanung gefordert (https://fee-owl.de/Unfaelle).

Wir wollen, dass das Mansergh Quartier ein autofreies Quartier werden soll. Wer dort hinzieht, soll ohne privates Auto leben, sich mit ÖPNV und Fahrrad und wenn erforderlich mit Car-Sharing fortbewegen.

Das dies möglich ist, zeigen andere Städte.

Die Politik und die Stadtverwaltung sind zurzeit noch nicht mutig genug, solch eine Lösung als klimafreundliche und damit menschenfreundliche Entwicklung umzusetzen.

Wir wenden uns stark dagegen, dass weiter Parkhäuser gebaut werden, die den schädlichen Individualverkehr, Lärm, Feinstaub, Verkehrsunfälle und Abgase zur Folge haben.

Es sollte Ihnen hiermit klar sein, das wir insgesamt für ein anderes Verkehrssystem kämpfen.

Zurück zum Mansergh Quartier: Ein autofreies Quartier ist ein erster, wichtiger Schritt in diese Richtung. Die von der Stadt vorgeschlagenen Lösungen werden viel mehr Verkehr verursachen und Sie damit mehr belasten als unser Vorschlag. Wir gehen davon aus, dass ein Auto, zu dem man erst einmal einige Meter laufen muss, nur dann benutzt wird, wenn es wirklich nicht anders geht, und so hoffen wir, Einfluss darauf nehmen zu können, dass sich die Bewohner*innen überwiegend für umweltfreundlichere Alternativen (Fahrrad, Bus oder zu Fuß gehen) entscheiden. Wir brauchen eine gute Radverkehrsinfrastruktur, von der folglich alle Bürger*innen einen direkten Nutzen ziehen können und auch sollten.

Solche Wohnkonzepte sind schon seit 20 Jahren in Deutschland bekannt.

Damit unsere Plan-Skizze eine große Akzeptanz bekommt, verändert diese nicht die aktuelle Rahmenplanung. Die Verwaltung und die politischen Entscheider entwickeln schon seit Jahren diesen Rahmenplan. Mit diesem jetzigen Rahmenplan sollen im Sommer die Verhandlungen mit der BImA aufgenommen werden.

Unsere Plan-Skizze zeigt Möglichkeiten auf, um aus dem aktuellen Rahmenplan einen möglichst großen Nutzen für die Bürger*innen in Gütersloh zu finden.

Dieses Quartier wird erst in 10-15 Jahren bezogen. Wann es komplett fertiggestellt wird, ist nicht bekannt, und es wird bestimmt viele weitere Jahre dauern. In 10-15 Jahren werden wir uns von den Verbrennungsmotoren verabschiedet haben müssen. Fahrzeuge werden dann keine Abgase und nur wenig Lärm verursachen. Nur ein kleiner Vorteil, den wir aber heute schon kennen.

Wir wissen, dass eine angemessene Lenkungswirkung auf vielen verschiedenen Ebenen den motorisierten Individualverkehr und seine Schäden zusätzlich reduziert. Dafür ist das Umdenken aller Bürger*innen in Gütersloh notwendig. Wenn dieser Prozess schnell gelingt, werden viele Stellplätze im Quartier und damit Parkhäuser nicht gebraucht.

Wir können die Bedenken der direkten Anwohner*innen verstehen, denn dieses neue Quartier wird einiges im direkten Umfeld verändern. Doch wie wird das aussehen?

Es kann nur unser Ziel sein, jetzt noch die Weichen dafür zu stellen, dass es in jedem Fall nachhaltiger wird als der derzeit geplante konventionelle Gütersloher Baustil, und dafür setzen wir uns ein.

FEE-OWL/2022-04-27/AntwortEntwurf (zuletzt geändert am 2022-04-28 17:43:32 durch BerndSchuere)

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